Kräuterverzeichnis
Kräuterverzeichnis
A
(Equisetum arvense)
Sein wichtigster Inhaltsstoff ist die Kieselsäure mit viel natürlichem Silizium. Das wirkt wie ein „Festiger“ für den Körper: Es stärkt das Bindegewebe, macht die Hufe sowie das Horn widerstandsfähiger und unterstützt die Festigkeit von Sehnen und Bändern. Zusätzlich helfen enthaltene Pflanzenstoffe (Flavonoide), die Harnwege sanft durchzuspülen und überschüssiges Wasser aus dem Gewebe zu leiten, ohne den Mineralhaushalt des Tieres durcheinanderzubringen.
Wichtiger Hinweis: Bei Tieren, die unter Herz- oder Nierenproblemen leiden, sollte man vor der Fütterung Rücksprache mit dem Tierarzt halten, da die entwässernde Wirkung das Organ-System fordern kann.
B
(Satureja hortensis)
Das Bohnenkraut ist vor allem für seine starke Unterstützung des Verdauungssystems bekannt. Die enthaltenen ätherischen Öle (vor allem Carvacrol und Thymol) wirken krampflösend auf die glatte Muskulatur im Magen-Darm-Trakt, was besonders bei Blähungen und Aufgasungen hilfreich ist. Durch seine Gerbstoffe hat es zudem eine zusammenziehende (adstringierende) Wirkung, die die Darmschleimhaut schützt und bei zu weichem Kot oder leichtem Durchfall unterstützend wirkt. Zusätzlich werden ihm antibakterielle Eigenschaften zugeschrieben, die das Gleichgewicht der Darmflora fördern können.
Wichtiger Hinweis: Aufgrund der intensiven ätherischen Öle sollte Bohnenkraut bei tragenden Tieren nur in Absprache mit einem Fachmann gefüttert werden, da es in sehr hohen Konzentrationen wehenfördernd wirken könnte. Auch bei Tieren mit akuten Magengeschwüren ist Vorsicht geboten.
(Urtica dioica)
Die Brennnessel ist ein Kraftpaket für den Stoffwechsel und die Entgiftung. Ihr Hauptwirkstoff ist das Silizium (Kieselsäure), das Hufe, Fell und das Bindegewebe stärkt. Durch den hohen Gehalt an Kaliumsalzen und Flavonoiden wirkt sie stark harntreibend und hilft dabei, Abbauprodukte des Stoffwechsels über die Nieren auszuspülen – ideal zur Unterstützung bei Gelenkproblemen oder nach Krankheiten. Zusätzlich ist sie reich an natürlichem Eisen und Vitamin C, was die Blutbildung fördert und das Immunsystem vitalisiert.
Wichtiger Hinweis: Aufgrund der stark entwässernden Wirkung sollte die Brennnessel nicht bei Tieren mit eingeschränkter Herz- oder Nierenfunktion gefüttert werden (Ödeme).
Die Brombeere, insbesondere ihre Blätter, ist reich an wertvollen Gerbstoffen (Tanninen) und Flavonoiden. Diese Inhaltsstoffe haben eine zusammenziehende (adstringierende) Wirkung auf die Schleimhäute im Mund- und Rachenraum sowie im Magen-Darm-Trakt. Das bedeutet, dass sie Entzündungen hemmen und dabei helfen, die Darmschleimhaut zu festigen – besonders hilfreich ist das bei zu weichem Kot oder leichten Durchfallerkrankungen. Zudem enthalten die Blätter organische Säuren und Vitamin C, was das Immunsystem unterstützt und den Stoffwechsel sanft anregt.
Wichtiger Hinweis: Aufgrund der hohen Konzentration an Gerbstoffen sollte die Brombeere nicht dauerhaft in extrem großen Mengen gefüttert werden, da dies die Aufnahme von anderen wichtigen Mineralstoffen im Darm leicht hemmen könnte. Bei Tieren mit chronischer Verstopfung ist Vorsicht geboten, da die festigende Wirkung hier kontraproduktiv sein kann.
D
(Dracocephalum moldavica)
Der Drachenkopf ist besonders reich an ätherischen Ölen (wie Citral und Geranylacetat), die ihm seinen charakteristischen zitronigen Duft verleihen. Diese Inhaltsstoffe wirken stark krampfstillend und beruhigend auf die glatte Muskulatur des Magen-Darm-Traktes, was ihn zu einer wertvollen Unterstützung bei Blähungen, leichten Koliken oder stressbedingten Verdauungsproblemen macht. Zudem besitzt er antibakterielle und antioxidative Eigenschaften, die das Immunsystem stärken und Entzündungsprozesse im Körper hemmen können. Auch bei nervösen Tieren kann der Drachenkopf helfen, das allgemeine Wohlbefinden zu steigern, ohne dabei schläfrig zu machen.
Wichtiger Hinweis: Aufgrund der intensiven ätherischen Öle sollte bei sehr magenempfindlichen Tieren oder bei Tieren mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Lippenblütlern die Dosierung langsam gesteigert werden. Bei tragenden Tieren ist, wie bei vielen ätherischen Ölpflanzen, vorab Rücksprache mit einem Fachmann zu halten.
E
Estragon ist besonders wertvoll für die Anregung der Verdauungssäfte. Die enthaltenen Bitterstoffe und ätherischen Öle (wie Estragol und Phellandren) stimulieren die Produktion von Galle und Magensaft, was die Aufspaltung der Nahrung verbessert und den Appetit bei mäkeligen Fressern anregt. Zudem besitzt er eine leicht entwässernde Wirkung und hilft dabei, den Stoffwechsel bei der Entgiftung zu unterstützen. Durch seine krampflösenden Eigenschaften kann er auch bei Blähungen und leichten Magen-Darm-Verstimmungen lindernd wirken.
Wichtiger Hinweis: Estragon enthält den Stoff Estragol. In sehr hohen Mengen oder über einen extrem langen Zeitraum gefüttert, kann dieser Stoff den Organismus belasten. Daher sollte Estragon eher als gezielte Kur und nicht als dauerhaftes Grundfutter eingesetzt werden. Bei tragenden Tieren sollte auf die Fütterung verzichtet werden, da er in hohen Dosen die Gebärmutter stimulieren kann.
F
(Foeniculum vulgare)
Der Fenchel ist vor allem für seinen hohen Gehalt an ätherischen Ölen (wie Anethol und Fenchon) bekannt. Diese wirken stark krampflösend auf die glatte Muskulatur im Magen-Darm-Trakt, was ihn zur ersten Wahl bei Blähungen, leichten Koliken oder Aufgasungen macht. Gleichzeitig haben diese Öle eine schleimlösende (sekretolytische) Wirkung auf die Atemwege: Sie helfen dabei, festsitzenden Schleim zu verflüssigen, damit dieser leichter abgehustet werden kann. Zudem regen die Inhaltsstoffe den Appetit an und unterstützen die Milchbildung bei säugenden Muttertieren.
Wichtiger Hinweis: Aufgrund der hormonähnlichen Wirkung einiger Inhaltsstoffe (Phytoöstrogene) sollte Fenchel bei tragenden Tieren nur in moderaten Mengen und nach Rücksprache mit einem Fachmann gefüttert werden. Bei Tieren mit einer bekannten Allergie gegen Doldenblütler (wie z. B. Sellerie oder Karotten) sollte man vorsichtig mit einer kleinen Menge austesten.
G
(Solidago virgaurea)
Die Goldrute zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Flavonoiden, Saponinen und Phenolglycosiden aus. Diese Wirkstoffkombination sorgt für eine stark harntreibende (diuretische) Wirkung, die dabei hilft, Bakterien und Grieß aus den Harnwegen und der Blase auszuspülen. Im Gegensatz zu rein chemischen Entwässerungsmitteln schont sie dabei den Elektrolythaushalt des Tieres. Zudem besitzt sie entzündungshemmende und leicht krampflösende Eigenschaften, was sie besonders wertvoll bei Reizungen der Harnwege macht. Auch bei Stoffwechselproblemen, die mit Wassereinlagerungen einhergehen, kann sie den Körper effektiv bei der Entgiftung unterstützen.
Wichtiger Hinweis: Goldrute darf nicht zur Durchspülungstherapie eingesetzt werden, wenn das Tier unter Ödemen (Wassereinlagerungen) leidet, die durch eine eingeschränkte Herz- oder Nierenfunktion (Herz- oder Niereninsuffizienz) verursacht werden. In solchen Fällen könnte die erhöhte Flüssigkeitsausscheidung das geschwächte Organ zu stark belasten.
H
(Rosa canina)
Die Hagebutte ist eine der reichsten, natürlichen Quellen für Vitamin C (Askorbinsäure), was sie zu einem hervorragenden Unterstützer für das Immunsystem macht, besonders in Stresssituationen oder während der Fellwechselzeit. Ein besonderer Wirkstoff in der Schale und den Kernen sind die sogenannten Galaktolipide. Diese komplexen Zucker-Fett-Verbindungen haben die Eigenschaft, Entzündungsprozesse im Körper – vor allem in den Gelenken – zu hemmen und die Knorpelregeneration zu unterstützen. Zudem enthalten sie wertvolle Pektine, die eine leicht quellende Wirkung im Darm haben und so die Verdauung sanft regulieren und die Darmschleimhaut pflegen können.
Wichtiger Hinweis: Hagebutten sind im Ganzen sehr hart. Für ältere Tiere oder Tiere mit Zahnproblemen sollten sie daher zerkleinert oder als Pulver/Pellet angeboten werden. Da Vitamin C die Eisenaufnahme stark fördert, sollte bei Tieren mit seltenen Stoffwechselerkrankungen, die zu einer Eisenüberladung führen (wie Hämochromatose), vor der Fütterung Rücksprache mit einem Fachmann gehalten werden.
(Cannabis sativa)
Hanf ist ein wahres „Superfood“ für Tiere, da er ein ideales Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren liefert. Diese essenziellen Fettsäuren sind entscheidend für die Hemmung von Entzündungsprozessen im gesamten Körper, was besonders Tieren mit Gelenkproblemen oder chronischen Hautirritationen zugutekommt. Zudem enthält Hanf hochwertige Aminosäuren und reichlich Vitamin E, was den Muskelaufbau unterstützt und die Zellen vor oxidativem Stress schützt. Die im Hanf enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe (Terpene) wirken zudem sanft regulierend auf das Nervensystem, was nervösen oder gestressten Tieren zu mehr innerer Ruhe verhelfen kann, ohne sie schläfrig zu machen.
Wichtiger Hinweis: Hanfprodukte (insbesondere das Öl oder der Presskuchen) sind sehr energiereich. Bei Tieren, die zu Übergewicht neigen, sollte die Fütterungsmenge daher genau auf den restlichen Futterplan abgestimmt werden. Da Hanf den Stoffwechsel stark ankurbelt, sollte bei Pferden, die im Turniersport eingesetzt werden, auf die aktuellen Karenzzeiten der Anti-Doping-Regeln (ADMR) geachtet werden.
!!!Zu beachten ist ganz besonders, dass es sich hierbei um den nutzbaren Futterhanf ohne berauschende Wirkung (THC-frei) handelt!!!
J
(Hypericum perforatum)
Das Johanniskraut ist der Spezialist für das Nervensystem. Der Hauptwirkstoff Hypericin wirkt regulierend auf die Botenstoffe im Gehirn, was besonders bei gestressten, ängstlichen oder traumatisierten Tieren zu mehr innerer Gelassenheit führt. Über die psychische Wirkung hinaus unterstützen die enthaltenen Flavonoide und ätherischen Öle die Regeneration von Nervengewebe, was bei Tieren mit Nervenreizungen oder Rückenmarksproblemen hilfreich sein kann. Zudem besitzt es durch seine Gerbstoffe eine zusammenziehende und leicht antibakterielle Wirkung, die das Immunsystem und die Verdauung sanft stabilisiert.
Wichtiger Hinweis: Johanniskraut kann die Wirkung einiger Medikamente beeinflussen, weshalb bei gleichzeitiger Medikamentengabe Rücksprache mit dem Tierarzt gehalten werden sollte.
K
(Coriandrum sativum)
Koriander ist ein hervorragendes Kraut zur Unterstützung einer gesunden Verdauung. Die enthaltenen ätherischen Öle (besonders Linalool) wirken stark krampflösend auf die glatte Muskulatur des Magen-Darm-Trakts, was besonders bei Blähungen, Gasbildungen und Völlegefühl hilfreich ist. Zudem regen die Inhaltsstoffe die Produktion von Verdauungssäften und Galle an, was die Verwertung des Futters optimiert. Koriander werden zudem appetitanregende und leicht antibakterielle Eigenschaften zugeschrieben, die dabei helfen können, das bakterielle Gleichgewicht im Darm aufrechtzuerhalten und schädliche Keime in Schach zu halten.
Wichtiger Hinweis: Aufgrund der enthaltenen ätherischen Öle sollte Koriander bei Tieren mit sehr empfindlichem Magen oder bekannten Allergien gegen Doldenblütler (wie Karotten oder Fenchel) zunächst in kleinen Mengen getestet werden. Bei tragenden Tieren sollte die Fütterung nur in moderaten Mengen erfolgen, da extrem hohe Dosen theoretisch die Gebärmutter stimulieren könnten.
(Centaurea cyanus)
Die Kornblume ist reich an wertvollen Bitterstoffen, Gerbstoffen und Anthocyanen (den blauen Farbstoffen der Blüte). Diese Wirkstoffkombination verleiht ihr eine ausgeprägte entzündungshemmende und zusammenziehende (adstringierende) Wirkung. In der Tierfütterung wird sie vor allem eingesetzt, um die Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt zu beruhigen und die Verdauung sanft zu regulieren. Die Bitterstoffe regen zudem den Gallefluss und die Leberfunktion an, was den Stoffwechsel bei der Entgiftung unterstützt. Auch bei leichten Reizungen im Mund- und Rachenraum kann die Kornblume lindernd wirken und die Regeneration des Gewebes fördern.
Wichtiger Hinweis: Die Kornblume ist ein sehr mildes Kraut und im Regelfall sehr gut verträglich. Dennoch sollte sie, wie alle Kräuter mit Bitterstoffen, bei Tieren mit bekannten Magengeschwüren nur in moderaten Mengen gefüttert werden, da die Anregung der Magensäure in diesem speziellen Fall reizend wirken könnte.
L
(Lavandula angustifolia)
Lavendel zeichnet sich durch seine wertvollen ätherischen Öle (vor allem Linalylacetat und Linalool) aus, die eine direkt beruhigende Wirkung auf das zentrale Nervensystem haben. Er ist daher ideal für stressanfällige, nervöse oder schreckhafte Tiere, da er hilft, das innere Gleichgewicht wiederherzustellen, ohne die Wachsamkeit massiv zu beeinträchtigen. Neben der psychischen Komponente wirkt Lavendel stark krampfstillend und blähungstreibend auf den Magen-Darm-Trakt. Zudem werden ihm galleflusfördernde und leicht antibakterielle Eigenschaften zugeschrieben, die die Verdauung harmonisieren und bei fütterungsbedingten Unruhen im Darm lindernd wirken.
Eine weitere wichtige Eigenschaft der Lavendelpflanze ist eine positive Wirkung auf die Haut. Sie kann den Juckreiz bei Hauterkrankungen lindern.
Wichtiger Hinweis: Aufgrund der sehr intensiven ätherischen Öle sollte Lavendel bei Tieren mit hochgradig empfindlichen Mägen oder bekannten Allergien gegen Lippenblütler nur vorsichtig eingeschlichen werden. Bei tragenden Tieren ist eine Rücksprache mit einem Fachmann ratsam, da Lavendel in extrem hohen Dosen eine leicht stimulierende Wirkung auf die Gebärmuttermuskulatur haben könnte.
Der Lein ist ein wahrer Spezialist für den Schutz der Schleimhäute. Seine wichtigste Eigenschaft sind die enthaltenen Schleimstoffe, die in Verbindung mit Wasser aufquellen und eine schützende Gleitschicht auf der Magen- und Darmschleimhaut bilden. Das macht ihn zur ersten Wahl bei Reizungen im Verdauungstrakt oder zur Vorbeugung von Sandansammlungen im Darm. Zudem ist der Lein eine der besten Quellen für Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolensäure), die Entzündungen im Körper hemmen und für ein glänzendes Fell sowie eine gesunde Hautbarriere sorgen. Auch der hohe Gehalt an Vitamin E wirkt als natürlicher Zellschutz und unterstützt das Immunsystem.
Wichtiger Hinweis: Leinsamen enthalten in geringen Mengen Stoffe, die Blausäure freisetzen können. Bei der Fütterung von größeren Mengen sollte der Lein daher geschrotet, thermisch behandelt (gekocht/gepufft) oder in Form von hochwertigem Leinöl bzw. Presskuchen gegeben werden, um die volle Sicherheit zu gewährleisten. Zudem sollte immer auf eine ausreichende Wasseraufnahme des Tieres geachtet werden, damit die Schleimstoffe optimal quellen können.
(Medicago sativa)
Die Luzerne zeichnet sich durch ihren außergewöhnlich hohen Gehalt an hochwertigem, pflanzlichem Eiweiß (Aminosäuren) aus, das für den Muskelaufbau und die Gewebeerneuerung des Tieres unerlässlich ist. Besonders wertvoll ist ihr Reichtum an natürlichem Calcium und Magnesium, was sie zu einem wichtigen Baustein für ein stabiles Skelett und ein gesundes Gebiss macht. Zudem enthält sie reichlich Beta-Carotin (die Vorstufe von Vitamin A) und Vitamin K, welche die Sehkraft, die Fruchtbarkeit und die Blutgerinnung unterstützen. Durch ihre grobe Struktur fördert sie zudem die Kautätigkeit, was die Speichelbildung anregt und so die natürliche Magensäure abpuffert.
Wichtiger Hinweis: Aufgrund des sehr hohen Calciumgehalts sollte die Luzerne bei Tieren, die zu Harnsteinen oder Nierengrieß neigen, nur in sehr geringen Mengen oder nach Rücksprache mit einem Fachmann gefüttert werden. Da sie zudem reich an Eiweiß ist, muss die Ration bei stoffwechselempfindlichen Tieren (z. B. bei Neigung zu Hufrehe oder Eiweißüberschuss) genau berechnet werden. Luzerne sollte immer vorbehandelt (pelletiert oder gemahlen) und nicht als Häcksel verfüttert werden, um eine Magenreizung zu verhindern.
M
(Origanum majorana)
Majoran zeichnet sich durch einen hohen Anteil an ätherischen Ölen (wie Terpinen) sowie Gerb- und Bitterstoffen aus. Diese Kombination wirkt stark krampflösend auf die glatte Muskulatur des Magen-Darm-Trakts, was ihn besonders wertvoll bei hartnäckigen Blähungen, Aufgasungen und krampfartigen Bauchschmerzen macht. Die enthaltenen Bitterstoffe regen zudem die Produktion von Gallensaft an und unterstützen so eine effiziente Fettverdauung. Darüber hinaus werden dem Majoran antibakterielle und leicht beruhigende Eigenschaften zugeschrieben, die das allgemeine Wohlbefinden steigern und auch bei stressbedingten Verdauungsproblemen eine harmonisierende Wirkung entfalten können.
Wichtiger Hinweis: Aufgrund der intensiven ätherischen Öle sollte Majoran bei tragenden Tieren nur in sehr geringen Mengen oder nach Rücksprache mit einem Fachmann gefüttert werden, da er in extrem hoher Dosierung die Gebärmutter stimulieren könnte. Auch bei Tieren mit akuten Entzündungen der Magenschleimhaut sollte man mit der Dosierung vorsichtig sein.
(Melissa officinalis)
Die Melisse ist bekannt für ihre entspannende und ausgleichende Wirkung. Ihre wertvollen ätherischen Öle (wie Citral und Citronellal) wirken direkt auf das zentrale Nervensystem und helfen dabei, Stress, Unruhe und Angstzustände bei Tieren zu mildern. Besonders hervorzuheben ist ihre Wirkung auf den „nervösen Magen“: Sie löst Krämpfe im Magen-Darm-Trakt und hilft effektiv bei Blähungen und Aufgasungen, die oft durch Stress entstehen. Zudem enthalten die Blätter Rosmarinsäure, die entzündungshemmend und antiviral wirkt, was das Immunsystem zusätzlich schützt.
Wichtiger Hinweis: Die Melisse ist sehr sanft und meist hervorragend verträglich. Da sie jedoch leicht schilddrüsenhemmende Eigenschaften haben kann, sollte bei Tieren mit einer bekannten Schilddrüsenunterfunktion vor einer dauerhaften Fütterung Rücksprache mit einem Tierarzt gehalten werden.
(Mentha suaveolens)
Die Apfelminze ist ideal für Tiere mit empfindlichem Magen, da sie im Gegensatz zur klassischen Pfefferminze fast kein Menthol enthält. Ihre ätherischen Öle wirken sanft krampflösend und beruhigend auf die Muskulatur des Magen-Darm-Traktes. Sie hilft dabei, festsitzende Gase zu lösen (blähungstreibend) und unterstützt die Verdauung, ohne die Schleimhäute durch die Schärfe des Menthols zu reizen. Zudem besitzt sie eine leicht appetitanregende Wirkung und wird aufgrund ihres milden, fruchtigen Aromas selbst von sehr wählerischen Tieren meist gerne gefressen.
Wichtiger Hinweis: Auch wenn die Apfelminze sehr mild ist, sollte sie bei tragenden Tieren nur in moderaten Mengen gefüttert werden. Da sie die Produktion von Verdauungssäften anregt, ist bei Tieren mit akuten, schweren Magengeschwüren vorab Rücksprache mit einem Fachmann zu halten.
O
Oregano ist ein Kraftpaket für die Darmgesundheit. Seine Hauptwirkstoffe, die ätherischen Öle Carvacrol und Thymol, besitzen starke antibakterielle, antivirale und pilzhemmende (antimykotische) Eigenschaften. In der Tierfütterung wird er daher besonders geschätzt, um die Darmflora zu stabilisieren und schädliche Endoparasiten oder Fehlbesiedlungen des Darms (wie z. B. Kokzidien bei Kaninchen oder Geflügel) vorzubeugen. Zudem wirkt Oregano stark appetitanregend, krampflösend und fördert die Durchblutung der Schleimhäute, was die Nährstoffaufnahme insgesamt verbessert. Durch seine positiven Wirkung auf Schleimhäute unterstützt der Oregano hervorragend die Atemwege.
Wichtiger Hinweis: Aufgrund der sehr scharfen und intensiven ätherischen Öle sollte Oregano bei Tieren mit akuten Magengeschwüren oder einer sehr gereizten Magenschleimhaut nur nach Rücksprache mit einem Fachmann gefüttert werden. Bei tragenden Tieren ist Vorsicht geboten, da extrem hohe Dosen die Durchblutung des Beckens stark fördern können.
P
Die Petersilie zeichnet sich durch einen außergewöhnlich hohen Gehalt an Vitamin C, Eisen und wertvollen Mineralstoffen aus. In der Tierfütterung wird sie vor allem für ihre stark harntreibende (diuretische) Wirkung geschätzt, die durch die enthaltenen ätherischen Öle (besonders Apiol und Myristicin) angeregt wird. Sie hilft dabei, die Harnwege durchzuspülen und kann so der Bildung von Harngrieß vorbeugen. Zudem wirkt Petersilie appetitanregend, krampflösend und kann bei Verdauungsproblemen wie Blähungen lindernd wirken. Auch zur Unterstützung des Stoffwechsels und zur allgemeinen Kräftigung nach Krankheiten ist sie bestens geeignet.
Wichtiger Hinweis: Zudem sollte sie bei Tieren mit chronischen Nierenerkrankungen oder Entzündungen des Nierengewebes nur nach Rücksprache mit einem Fachmann gegeben werden, um das Organ nicht zu überlasten.
!!!Petersilie darf auf keinen Fall an tragende Tiere verfüttert werden, da das enthaltene Apiol stark wehenfördernd wirkt und einen Abbruch der Trächtigkeit auslösen kann!!!
(Mentha x piperita)
Die Pfefferminze ist der Spezialist für die schnelle Entspannung des Verdauungstraktes. Ihr charakteristisch hoher Gehalt an Menthol wirkt direkt auf die glatte Muskulatur im Magen-Darm-Bereich, löst Krämpfe und hilft effektiv beim Abtransport von Gasen (blähungstreibend). Neben der Verdauungshilfe ist sie ein wertvolles Kraut für die Atemwege: Die ätherischen Öle wirken kühlend, leicht antibakteriell und helfen dabei, festsitzenden Schleim zu verflüssigen, was das Durchatmen spürbar erleichtert. Zudem regt sie den Gallenfluss an und unterstützt so die Fettverdauung und den allgemeinen Stoffwechsel.
Wichtiger Hinweis: Aufgrund des hohen Mentholgehalts und der potenziell wehenfördernden Wirkung darf die Pfefferminze nicht an tragende Tiere verfüttert werden. Auch bei säugenden Tieren ist Vorsicht geboten, da sie den Milchfluss hemmen kann. Bei Tieren mit schweren Magengeschwüren sollte auf Pfefferminze verzichtet werden, da das Menthol die Schleimhäute zusätzlich reizen kann.
R
(Rosmarinus officinalis)
Rosmarin ist ein kraftvoller Wachmacher für den gesamten Organismus. Seine wertvollen ätherischen Öle (wie Cineol und Campher) sowie die enthaltene Rosmarinsäure wirken stark anregend auf den Kreislauf und fördern die Durchblutung bis in die kleinsten Kapillaren. Dies unterstützt nicht nur die Vitalität insgesamt, sondern hilft auch bei der Regeneration von müden Muskeln und Gelenken. Zudem besitzt Rosmarin ausgeprägte antioxidative Eigenschaften, die die Zellen vor freien Radikalen schützen. Im Verdauungstrakt wirkt er gallenflussfördernd und hilft dabei, schwere Mahlzeiten besser zu verwerten und Blähungen zu lindern.
Wichtiger Hinweis: Aufgrund seiner stark kreislaufanregenden und leicht wehenfördernden Wirkung darf Rosmarin nicht an tragende Tiere verfüttert werden. Auch bei Tieren, die zu Epilepsie neigen, sollte auf Rosmarin verzichtet werden, da die enthaltenen Terpene (insbesondere Campher) in Einzelfällen Anfälle triggern könnten. Bei Tieren mit sehr hohem Blutdruck sollte die Gabe vorab mit einem Tierarzt abgeklärt werden.
S
(Salvia officinalis)
Salbei ist ein wahres Multitalent für die Abwehrkräfte und die Schleimhautgesundheit. Seine Hauptwirkstoffe – ätherische Öle (wie Thujon und Cineol), Gerbstoffe und Flavonoide – verleihen ihm starke antibakterielle, antivirale und entzündungshemmende Eigenschaften. In der Tierfütterung wird er vor allem bei Reizungen der Atemwege und des Rachenraums eingesetzt, da er festsitzenden Schleim löst und Keime bekämpft. Auch im Magen-Darm-Trakt leisten die Gerbstoffe wertvolle Arbeit: Sie ziehen die Schleimhaut leicht zusammen (adstringierend), was bei Durchfallneigung schützend wirkt und die Ansiedlung schädlicher Bakterien erschwert. Zudem ist Salbei für seine schweißhemmende Wirkung bekannt.
Wichtiger Hinweis: Salbei darf auf keinen Fall an tragende Tiere verfüttert werden, da das enthaltene Thujon die Gebärmutter stimulieren kann. Auch bei säugenden Tieren ist Vorsicht geboten, da Salbei den Milchfluss stark abstillend beeinflusst und zum Versiegen der Milch führen kann. Aufgrund des Thujongehalts sollte Salbei zudem nicht über einen extrem langen Zeitraum in sehr hohen Dosen gegeben werden.
(Achillea millefolium)
Die Schafgarbe ist eine wahre Meisterin der Harmonisierung. Ihr Name "Achillea" deutet bereits auf ihre schützenden und heilenden Eigenschaften hin. Sie enthält wertvolles blaues Azulen (ähnlich wie die Kamille), das stark entzündungshemmend und krampflösend wirkt. Das macht sie ideal für Tiere mit empfindlichem Magen-Darm-Trakt, Blähungen oder fütterungsbedingten Krämpfen. Ergänzt wird dies durch einen hohen Gehalt an Bitterstoffen, die den Gallefluss anregen, die Leber unterstützen und die gesamte Verdauung sowie den Appetit fördern. Zudem besitzt die Schafgarbe eine leicht blutstillende und zusammenziehende Wirkung, die die Regeneration der Schleimhäute unterstützt.
Wichtiger Hinweis: Schafgarbe gehört zu den Korbblütlern. Bei Tieren mit einer bekannten Allergie gegen Pflanzen dieser Familie (wie Arnika, Gänseblümchen oder Kamille) sollte sie nicht oder nur sehr vorsichtig nach Rücksprache mit einem Fachmann gefüttert werden. Aufgrund der enthaltenen Bitterstoffe ist bei Tieren mit akuten Magengeschwüren eine moderate Dosierung ratsam.
(Helianthus annuus)
Die Sonnenblume ist ein wertvoller Lieferant für essenzielle Fettsäuren, Vitamin E und Magnesium. In der Kräuterfütterung werden besonders gerne die leuchtend gelben Blütenblätter verwendet. Diese enthalten Flavonoide und Anthocyane, die antioxidativ wirken und den Körper bei der Abwehr von freien Radikalen unterstützen. Die Sonnenblume hat eine sanft anregende Wirkung auf die Verdauung und den Stoffwechsel, ohne das System zu belasten. Zudem werden ihr leicht fiebersenkende und schleimlösende Eigenschaften zugeschrieben, was sie zu einer guten Ergänzung bei leichten sommerlichen Infekten oder zur allgemeinen Stärkung des Immunsystems macht.
Wichtiger Hinweis: Die Kerne der Sonnenblume sind extrem energiereich und enthalten viel Fett. Bei Tieren, die zu Übergewicht neigen oder Stoffwechselprobleme haben (wie EMS oder Rehe), sollten Sonnenblumenkerne nur sehr sparsam oder gar nicht gefüttert werden. Die Blütenblätter hingegen sind deutlich energieärmer und können meist unbedenklich als schmackhafte Beigabe genutzt werden.
(Plantago lanceolata)
Der Spitzwegerich ist eine der wichtigsten Pflanzen zur Unterstützung der Atemwege. Seine wertvollen Schleimstoffe legen sich wie ein schützender Film auf die Schleimhäute von Hals und Rachen und lindern so trockenen Reizhusten sowie Irritationen. Gleichzeitig enthält er den Wirkstoff Aucubin, der als natürliches „Antibiotikum“ gilt und das Wachstum von Krankheitserregern hemmen kann. Neben seiner Wirkung auf die Lunge ist der Spitzwegerich auch ein hervorragender Helfer für den Darm: Die enthaltenen Gerbstoffe wirken zusammenziehend und helfen dabei, die Darmschleimhaut zu stabilisieren und fütterungsbedingten Durchfall sanft zu lindern.
Wichtiger Hinweis: Aufgrund der hohen Menge an Schleimstoffen sollte der Spitzwegerich nicht gleichzeitig mit Medikamenten verabreicht werden, da die Schleimschicht im Darm die Aufnahme der Wirkstoffe verzögern oder abschwächen könnte (am besten ca. 2 Stunden Zeitabstand lassen). Um die volle Wirkung der Schleimstoffe zu entfalten, ist eine ausreichende Wasserversorgung des Tieres wichtig.
T
(Thymus vulgaris)
Thymian ist der Spezialist für freies Durchatmen. Seine Hauptwirkstoffe, die ätherischen Öle Thymol und Carvacrol, besitzen stark antibakterielle, antivirale und entzündungshemmende Eigenschaften. In der Tierfütterung wird er vor allem eingesetzt, um festsitzenden Schleim in den Bronchien zu lösen und den Abtransport zu erleichtern (auswurffördernd). Doch Thymian kann noch mehr: Im Verdauungstrakt wirkt er stark krampflösend und hilft dabei, die Darmflora zu stabilisieren, indem er ein Milieu schafft, das für viele Endoparasiten und schädliche Bakterien ungemütlich ist. Zudem regt er den Appetit an und unterstützt die Verdauungssäfte.
Wichtiger Hinweis: Aufgrund der sehr intensiven ätherischen Öle sollte Thymian nicht an tragende Tiere verfüttert werden, da er die Gebärmutter stimulieren könnte. Auch bei Tieren mit schweren Leber- oder Nierenerkrankungen sowie akuten Magengeschwüren sollte die Gabe vorab mit einem Fachmann geklärt werden, um die Organe nicht zu reizen.
W
(Crataegus)
Der Weißdorn ist der wichtigste Helfer für ein gesundes Herz und einen stabilen Kreislauf. Seine wertvollen Inhaltsstoffe, vor allem die Flavonoide und oligomeren Proanthocyanidine (OPC), wirken direkt auf den Herzmuskel: Sie verbessern die Durchblutung der Herzkranzgefäße und unterstützen die Schlagkraft des Herzens, ohne es dabei zu belasten. In der Tierfütterung wird Weißdorn besonders gerne bei älteren Tieren eingesetzt, um die Vitalität zu fördern und Kreislaufschwächen (z. B. bei Wetterumschwüngen oder Hitze) entgegenzuwirken. Zudem besitzt er eine leicht beruhigende Wirkung auf das Nervensystem und hilft Tieren, die zu stressbedingtem Herzrasen oder Unruhe neigen.
Wichtiger Hinweis: Weißdorn ist eine Pflanze für die Langzeitanwendung; seine volle Wirkung entfaltet sich oft erst nach einer kontinuierlichen Fütterung über mehrere Wochen. Bei Tieren mit schweren, bereits diagnostizierten Herzerkrankungen oder bei der gleichzeitigen Gabe von Herzmedikamenten (wie Herzglykosiden) sollte die Anwendung unbedingt vorab mit einem Tierarzt abgesprochen werden, um Wechselwirkungen zu vermeiden.
Die Wilde Karde ist die Spezialistin für die Reinigung von innen. In der Naturheilkunde für Tiere wird vor allem ihre Wurzel geschätzt, die reich an Bitterstoffen, Saponinen und Inulin ist. Diese Inhaltsstoffe regen den Stoffwechsel stark an und unterstützen die Leber- sowie Gallenfunktion, was hilft, Abbauprodukte effizient aus dem Körper auszuschleusen. Besonders bekannt geworden ist die Wilde Karde durch ihre unterstützende Wirkung auf das Immunsystem, vor allem bei Tieren, die mit hartnäckigen Umwelteinflüssen oder nach Insektenstichen (wie Zecken) zu kämpfen haben. Zudem wirkt sie leicht schweiß- und harntreibend und trägt so zur allgemeinen Vitalisierung des Organismus bei.
Wichtiger Hinweis: Aufgrund der enthaltenen Bitterstoffe sollte die Wilde Karde bei Tieren mit akuten Magengeschwüren oder einer sehr empfindlichen Magenschleimhaut nur sehr vorsichtig dosiert werden. Da sie den Stoffwechsel stark anregen kann, empfiehlt sich die Gabe oft kurweise über einen begrenzten Zeitraum (z. B. 4 bis 6 Wochen).